SCs
Malduk
Grießgrämiger Wasser- und Wetter-Magier vom Einsamen Turm in Eichenfurt

Malduk: "Es klappt nicht, weil du es zu sehr willst. Lass es kommen und fließen. Sei wie das Wasser, und du kannst alles schaffen."
Malduk: "Nekromanten sind auch nur Heiler, die zu spät gekommen sind."
Malduk: "Klugheit ist zu wissen, dass Tomaten Obst sind. Weisheit ist zu wissen, dass sie trotzdem nicht in den Obstsalat gehören."
Malduk: "Wasser ist die Lösung für alles."
- Ehemaliger Dieb, Magister aus Eichenfurt, Wasserweber, Eisgreifer und Wettermagier
- Tätowierung eines stilisierten Blattes am linken inneren Handgelenk. Das ganze wird erst sichtbar im Mondschein.
- Ehemals Mitglied der Stillen Messer, der Blauen Rose und des Arkanrats.
Prophezeiung

Und siehe... Es sind gegeben die sieben Todsünden. Dein Geist, deine Seele trachteten voller „Superbia“ nach dem Geschenk ewigen Lebens, deine „Gula“ und deine „Invidia“ trieben eine unschuldige Seele in die Dunkelheit des Zwischenlebens. Du kannst durch Geduld, Demut und die größte aller Tugenden, die Liebe, diese Seele in diesem Land der Finsternis finden und befreien. Suche den Ort der einst der Sitz des Wissens und der Einsicht war. Finde die Schriften die nun der Dunkelheit dienen und die der Herr über das Land pervertiert hat. Nur so kannst du die Seele befreien, die du so liebst.
Charakterblatt
Info Beschreibung | Größe 180 cm | Gewicht 60 kg | Haarfarbe Salz und Pfeffer | Augenfarbe Dunkles Blau Verhalten | Kritiker, Zelebrant (Magie), Exzentriker, Fanatiker, Schurke, Wissenschaftler, Visionär Stimme | Alt, rau
Vor & Nachteile Vorteile Rang: Magus. Recht auf Schutz/Führung des Magiersiegels/Eigene Behausung und Labor, Berufsausübung (CP 7) Eidetischs Gedächtnis. Erinnert sich an alles. Im Zweifel INT Wurf (CP 5) Magiebegabung (CP 0) Einkommen: Stufe 0. Start: 624. Einkommen: 208. Lebenshaltung/Monat: 166,4. Sparen: 41,6 (CP 0) Hauptarkana-Spezialisierung: Elemente. SG-1, Macht-1. Andere Hauptarkana: SG+1, Macht+1 (CP 0) Unterarkana-Spezialisierung: Wasser. SG-1, Macht-1 (Total-2). Andere Elemente: SG+1, Macht+1 (Total+0). Andere Hauptarkana: SG+1, Macht+1 (Total+2) (CP 0) Nachteile Obsession: Unsterblichkeit. Wurf: 11- (CP -15) Obsession: Cataryma wiederbeleben. Wurf: 11- (CP -15) Abhängige Person: Cataryma (CP -10) Neugier: Magie. Wurf: 13- (CP -5) Geheimnis: War ein Dieb. Bei Bekanntwerden bei Behörden Strafe (CP -5) Reputation: Schlechter Ruf. Kleine Gruppe/Normal. Wurf 10- (CP 0)
Attribute 74 | Zauber 129 | Fertigkeiten 110 | Kampfkunst 0 | Vor-/Nachteile -38 | CP Abenteuer 62 | CP Total 287 Start-CP 225 | CP Ausgegeben 275 | CP Abenteuer 62 | CP Verfügbar 12 Stand: Juli 2024 STR | 13 GES | 15 KON | 14 INT | 16 WIL | 16 PRÄ | 14 WAH | 15 ANW | 14 MANW | 14 | VEW 5 | MVEW 5 Macht 30 (REG 2/h +1/h Meditation bei 1xWurf) | Leben 15 (REG 2/m) | Zähigkeit 25 (REG 2/Ak) | PV tödl. 2 | PV Ntö. 4 | EV tödl. 2 | EV Ntö. 5 Dunkle Machtpunkte: 2
Fertigkeiten WISSEN Muttersprache | 17 Larien | 16 Allgemeinwissen | 16 Heimatkunde | 16 Magiekunde | 16 Analysieren (Magie) | 16 Formel u. Ritenforschung | 16 Wissenschaftliche Fertigkeiten | 16 Fallen u. Sicherheitskunde | 15 Meditation | 15 Gassenwissen | 15 Schlussfolgern u. Ermitteln | 13 Heilkunde | 12 Regionalkunde | 11 Orientierung | 11 Stadtkunde | 11 Kryptographie | 11 Religionskunde | 11 Handelskunde | 10 Überlebenskunde | 10 Giftkunde | 10
KÖRPERLICH Schlösser öffnen | 15 Taschenspielerei u. Taschendiebstahl | 15 Durchsuchen u. Verbergen | 15 Verstecken u. Schleichen | 15 Klettern | 14 Verfolgen u. Beschatten | 12 Schnellziehen | 10 Reiten | 10 Akrobatik | 10 Athletik | 9
SOZIAL Beredsamkeit | 15 Savoir Faire | 15 Schauspielern | 12 Aushorchen u. Verhören | 10 Bestechen | 10 Darstellen u. Vortragen | 10 Mit Tieren umgehen | 10 Verführen | 10 Verkleiden | 10
Zauber Essenzmagie wirken | 19 Hauptarkanazugriff (INT+WIL kleiner 37): 0 Meta, 1 Elemente, 2 Tod WASSER | Rang 4 | 21 | Macht -2 Flüssigkeit spüren | 20 | 0 -> 20 | 0 Isolationsschicht | 20 | 0 -> 20 | 0 Flüssigkeit erhitzen | 19 | 1 -> 20 | 0 Flüssigkeit weben | 19 | 1 -> 19 | 0 Nebelform | 19 | 1 -> 20 | 0 Wettermeisterschaft | 19 | 1 -> 19 | 0 META | Rang 3 | 17 | Macht +2 Astralsicht | 16 | 4 -> 16 | 3 P Mana entziehen | 15 | 3 -> 17 | 2 P Mananetz | 14 | 3 -> 17 | 2 H
Spezialisierung: Wasser SG/Macht-2. Elemente SG/Macht-0. Anderes SG/Macht+2 EIS | Rang 4 | 21 | Macht -2 Flüssigkeit gefrieren | 19 | 1 -> 19 | 0 H Eislabyrinth | 18 | 3 -> 19 | 2 Eisgefängnis | 19 | 1 -> 20 | 0 Eislauf | 20 | 0 -> 20 | 0 Eisspeer | 19 | 1 -> 20 | 0 Eissplittergeschosse | 20 | 0 -> 20 | 0 P ENTROPIE | Rang 2 | 16 | Macht +2 Lebenskraft entziehen | 14 | 6 -> 15 | 4 Verfall stoppen | 15 | 4 -> 16 | 2 NEKROMANTIE | Rang 2 | 15 | Macht +2 Tod und Gewalt spüren | ? | ? -> ? | ? Mit Toten sprechen | ? | ? -> ? | ?
— | — | 3-6 | x3 | Persönliche Zauber 18 | 1W6 | 3-5 | x2 | Hauszauber 17-18 | 2W6 | 3-4 | Max | Formel 16-18 | 4W6 | 3 | +1W6 | Anfangszauber 1. Astralsicht [SG-1, Macht 1, Persönlicher Zauber] 2. Mana entziehen [SG-0, Macht 0, Persönlicher Zauber, keine MK] 3. Mananetz [SG-0, Macht 0, Hauszauber, keine MK] 1. Flüssigkeit gefrieren [SG-2, Macht 2, Hauszauber, keine MK] 2. Eissplittergeschosse [SG-1, Macht 1, Persönlicher Zauber] 3. Eisspeer [SG-1, Macht 2, Hauszauber] 4. Eislauf [SG-1, Macht 1, Anfangsstadium] 5. Eisgefängnis [SG-1, Macht 2, Hauszauber] 6. Eislabyrinth [SG-2, Macht 4, Hauszauber] 1. Wettermeisterschaft [SG-2, Macht 2, Hauszauber, keine MK] 2. Nebelform [SG-1, Macht 2, Hauszauber, keine MK] 3. Flüssigkeit weben [SG-2, Macht 2, Persönlicher Zauber, keine MK] 4. Flüssigkeit erhitzen [SG-1, Macht 1, Formel, keine MK] 5. Isolationsschicht [SG-1, Macht 1, Formel, keine MK] 6. Flüssigkeiten spüren [SG-1, Macht 1, Persönlicher Zauber, keine MK] 1. Verfall stoppen [SG-0, Macht 0, Formel, keine MK] 2. Lebenskraft entziehen [SG-1, Macht 2, Anfangsstadium, MK notwendig]
Themenmotive
- Unsterblichkeit vs. Vergehen
- Liebe vs. Obsession
- Wissen vs. Weisheit
- Kälte (Eis) vs. Wärme (Menschlichkeit)
- Kontrolle vs. Schicksal
- Vergebung vs. Selbsthass
Hintergrund
Überblick
| Ereignis | Jahr | Alter Malduks |
|---|---|---|
| Geburt Malduks | 708 | 0 |
| Tod des Vaters (Minenkriege) | 715/716 | ca. 7–8 |
| Tod der Mutter | 718 | 10 |
| Zeit bei den Stillen Messern | 718–724 | 10–16 |
| Abenteurerzeit | 724–734 | 16–26 |
| Magie-Studium in Velaris | 734–744 | 26–36 |
| Einzug in den Turm in Eichenfurt | 744 | 36 |
| Beginn der „Goldenen Jahre“ mit Cataryma | 744–754 | 36–46 |
| Entropie-Ritual, Katastrophe, Stasis-Zauber | 754 | 46 |
| Übergang nach Rabenhorst | 755 | 47 |
| Aktuelles Jahr in Rabenhorst | z. B. 757 | 49 |
| Phase | Alter | Zeitspanne | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Kindheit | 0–10 | 708–718 | Verlust der Eltern, Leben auf der Straße |
| Gildendieb | 10–16 | 718–724 | Ausbildung, erste Aufträge |
| Abenteurer | 16–26 | 724–734 | Treffen mit Cataryma, gemeinsame Reisen |
| Student | 26–36 | 734–744 | Akademie Velaris, Magische Meisterschaft |
| Turmleben | 36–46 | 744–754 | Die goldenen Jahre mit Cataryma |
| Der Sturz | 46 | 754 | Entropie, Verlust, Isolation |
| Jetztzeit | 49 (sieht aus wie 65) | 757 | Rabenhorst |
Folgen des Entropie-Zaubers
- Malduk entzog Cataryma ca. 30 Jahre
(sie war schwanger, ca. 46 Jahre alt → sie wird rapide zur Greisin)
- Er verjüngte sich um 10 Jahre auf ca. 36 Jahre
- Um den Eiskokon zu wirken, gab er wieder die Jahre ab – und verlor erneut ca. 30 Jahre
- Resultat: Malduk sieht heute aus wie 65
(obwohl er real 49 Jahre alt ist)
Kindheit (0-6 Jahre)
- Vater: Albrecht Merzer, ehemaliger Soldat, gefallen in den Minenkriegen
- Mutter: Serenna Merzer, Näherin mit Verbindung zur örtlichen Diebesgilde, starb an Fieber, als Malduk 10 war
- Aufgewachsen im Armenviertel von Velaris, in den Feuerläufer-Gassen unter den Brücken des Ostviertels
Der Tod seiner Mutter
Ort: Velaris, Armenviertel, Tuchgasse 13 Zeit: Frühherbst 970 NL Alter Malduk: 10 Jahre
Der Regen trommelte auf das morsche Dach der Hütte. Innen roch es nach Essig, nassem Stoff und kalter Asche.
Malduk saß auf einem Hocker, der ein Bein zu wenig hatte, und starrte auf die Decke. Er hörte das Röcheln. Langsam. Schwer. Immer langsamer.
„Mal…“
Ihre Stimme war nur noch ein Hauch. Er beugte sich vor, nahm ihre kalte Hand in seine. Sie drückte kaum noch.
„Du… bist klug… klüger als… ich…“
„Mama, hör auf zu reden. Ich hol den Heiler.“
„Zu spät, Kleiner…“
Ihre Augen blickten an ihm vorbei. Vielleicht sah sie den Himmel. Vielleicht nur die Löcher im Dach.
„Nimm… nimm den Beutel unter der Dielen… dritte von… links…“
Er hörte den letzten Atemzug, als die Glocke der Nachtstunde schlug.
Es regnete in Strömen, als er den Beutel fand. Darin: 6 Silberstücke. Eine kleine, stumpfe Nadel. Und ein Zettel, eingeritzt auf Leder:
„Wenn sie dich fragen, sag: Ich komme von den Stillen Messern.“
Dieb in Velaris (6-16 Jahre)
- Als junger Mann war er in Dieb in Velaris. Er war schon immer sehr aufmerksam und geschickt und plante alle seine Einbrüche und Raubzüge mit bedacht.
- „Die Stillen Messer“, eine Diebesgilde mit dem Credo: „Ein sauberer Plan schlägt jeden schnellen Dolch.“
- Aufgaben: Schlösser knacken, Maskerade, Informationsbeschaffung
- Spezialität: Illusionsbruch und Fallenwissen
MALDUKS KINDHEIT NACH DEM VERLUST
| Alter | Ereignis |
|---|---|
| 6 Jahre | Vater fällt im Krieg, Malduk versteht es nicht ganz, spürt nur Leere |
| 7 Jahre | Mutter beginnt, ihn bei Aufträgen als Kurier für die Diebesgilde einzusetzen |
| 10 Jahre | Mutter stirbt, Malduk irrt drei Nächte durch Velaris – wird schließlich von einem alten Hehler aufgenommen |
| 11 Jahre | Beginnt das Training bei den Stillen Messern |
| 13 Jahre | Sein erstes Solo: Er stiehlt ein Briefsiegel der Magiergilde – und wird beinahe erwischt |
| 15 Jahre | Erstes echtes Schuldgefühl: Ein Wachdiener wird wegen seiner Flucht schwer verletzt. Er beginnt, ethische Fragen zu stellen |
| 16 Jahre | Flucht aus dem Gildenleben – er schließt sich einer Abenteurergruppe an |
Das Buch der Wasserweber von Aelith
Malduk, 13 Jahre, hängt kopfüber an einem Tau in der oberen Kuppel der Stadtbank. Unten patrouillieren die Gardisten. Seine Hände zittern – doch er schneidet exakt das richtige Kabel durch. Der leuchtende Globus erlischt. Er stiehlt kein Gold – nur ein Buch mit versiegeltem Einband. _Das Buch trägt kein Siegel, sondern nur ein Zeichen: Drei Tropfen in einem Kreis. Später erkennt er das als Symbol für die Wasserweber von Aelith._
Abenteurer (16-26 Jahre)
- Er schloss sich einer Abenteurergruppe an, und eine der Abenteurer, Cataryma (2 Jahre älter als er), eine aufgeweckte, neckische Waldläuferin, wurde seine spätere Frau. Die anderen heißen Liu und Thernan.
Die Gruppe:
1. Cataryma – Waldläuferin, spitzzüngig, geschickt, sein Anker und seine Versuchung 2. Thernan – Streithammerpriester, zynisch und trinkfest 3. Liu – Schweigsame Kriegerin aus dem Osten, ihre Axt ein Gedicht 4. Malduk – der „Planschmeister“ wie sie ihn nannten – plante alles, hatte für jede Falle eine Lösung
Abenteuer (kurz angerissen):
- Die versunkene Bibliothek von Bas-Ael: In einem See verborgen, ruhten dort alte Schriften über Elementarwandlung. Malduk riskierte fast das Leben von Liu, um ein Manuskript zu retten.
- Die Spiegelhöhlen von Garn: In diesen Höhlen traf Malduk auf sein eigenes, dunkleres Spiegelbild – ein starker Moment der Selbstzweifel.
- Die Flammenzunge der Eremitin: Ein magisches Artefakt, das nur durch Umarmung einer brennenden Gestalt gewonnen werden konnte – Cataryma hielt ihn zurück. „Nicht alles Wissen ist dein, Mal.“
- Der Codex Aquae (bekannt): Gefunden in den Ruinen von Cireth Melain. Hier küssten sich Malduk und Cataryma zum ersten Mal. Und hier begann sein Weg zur Magie.
- Eines Tages haben sie eine Mission, in einer Ruine tief in den Wäldern. Dort finden sie neben vielen Fallen einen streng gesicherten Raum mit nur einem Buch auf dem Podest. Die anderen sind schon auf dem Rückweg, da nimmt Malduk das Buch doch mit. Vielleicht löst er Fallen aus, die ihnen zum Verhängnis werden, vielleicht bricht er damit die Mission, aber da ist eine Gier nach Macht und Unbekanntem in ihm, die ihn einfach handeln lässt. Cataryma verzeiht ihm später oder animierte ihn vielleicht auch dazu.
- Die Abenteurergruppe bricht auseinander.
Drei Schatten und ein Schlüssel
„Drei Schatten und ein Schlüssel“
Velaris, Frühling 724 _Malduk, 16 Jahre alt_
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Die Nacht über der Südspitze von Velaris war mild und klar. Die Steintürme warfen lange Schatten, Fackeln glommen in den engen Seitengassen, und die Luft roch nach Kienöl, feuchtem Putz und gebratenem Fisch.
Malduk hing halb über die Kante des Kupferdaches am Nordrand des Seelhofs, das Dietrichset zwischen den Zähnen. Die Hände suchten blind die Rille in der Dachrinne. Der Mond war ein schmaler Splitter. Gut. Die Schatten waren scharf – so mochte er es.
Unten, in der Seitengasse, wartete Taros. Doch statt des verabredeten Zeichens – dreimal den Knauf auf Stein – hörte Malduk nur zwei dumpfe Schläge.
Dann nichts mehr.
Er spürte, wie seine Muskeln sich verkrampften.
Ein Fehler.
Er war alleine.
Und er war beobachtet worden.
„Runter da, Spatz.“ Die Stimme war kühl, wachsam. Und weiblich.
Malduk blickte hinab – und sah in einen Bogen, gespannt und ruhig gehalten. Dahinter stand eine Frau, nicht viel älter als er, vielleicht zwanzig, vielleicht weniger. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, doch das Kinn – schmal, mit einem Grübchen – verriet Entschlossenheit.
Neben ihr trat ein älterer Mann hervor. Glatze, wuchtiger Bart, Rüstung wie eine Wurstpresse – und ein gewaltiger Kriegshammer. „Das ist also der Schlüsselknirps, von dem die Messer reden? Sieht aus wie ein gestauchter Mönch.“
„Du bist Thernan“, sagte Malduk. „Und du schwingst mehr Worte als nötig.“ Er spuckte den Dietrich aus. „Was wollt ihr? Ich arbeite nicht gratis.“
„Du arbeitest gar nicht mehr, wenn du weiter so dumm redest“, knurrte der Krieger.
Die Bogenschützin blieb ruhig. „Taros hat dir einen Auftrag vermitteln wollen. Du bist seine Empfehlung.“
Malduk blinzelte. Taros? Der war tot. Ganz sicher.
„Wir haben einen Job.“ Die Frau sprach jetzt ruhiger. „Ein Archivhaus. Geschlossen, verriegelt, offiziell vom Rat versiegelt wegen 'kontaminierter Texte'.“ Sie hob leicht die Schultern. „Unsinn. Wahrscheinlich haben sie nur Angst vor Ideen, die ihnen nicht gefallen.“ Dann, mit einem leichten Lächeln: „Wir brauchen jemanden, der Türen spricht, Schlösser tanzen lässt und Fallen spürt, bevor sie beißen.“
„Warum ich?“ fragte Malduk misstrauisch. „Weil du geredet hast, als ob du denkst, du wärst mehr als ein Gassenkind. Und weil du das Ding da…“ – sie deutete auf seine Tasche – „…nicht einmal verstecken kannst, obwohl es das wertvollste Werkzeug ist, das du besitzt.“
Malduk errötete. Einen Moment lang. Nur ganz kurz.
Sie hieß Cataryma. Nennt mich Rymi, sagte sie später. Er nannte sie nicht so. Noch nicht. Aber er dachte es.
Thernan mochte ihn nicht. Nannte ihn Stöckchen und Buchratte. Aber Cataryma ließ ihn reden. Und er redete. Über Fallenarten, über Wegzeiten, über Sentry-Zauber, die er schon gesehen hatte. Er redete sich selbst in ihren Plan.
Und dann kam Liu. Spät. Leise. Und mit einer Axt, die so alt war wie der Krieg, aus dem sein Vater nicht zurückgekehrt war.
Sie sprach kaum. Aber als sie ihn musterte, traf ihn der Blick wie Eis. „Wenn du uns reinbringst – und lebend wieder raus – darfst du bleiben“, sagte sie. „Aber wenn du uns verrätst…“ Sie zog die Schneide über den Stein. „…frag nicht, wie ich’s herausfinde.“
Die Nacht des Einbruchs kam schnell.
Malduk roch das alte Holz der Tür, hörte das Atmen der anderen. Thernan scharrte ungeduldig. Liu war ein Schatten. Cataryma roch nach Pfeilwachs und Walnussöl.
Er flüsterte leise zum Schloss. Seine Hände waren ruhig. Das war sein Tanz.
Klick.
Drinnen roch es nach altem Pergament, Staub, Magie. Sie fanden mehr als sie gesucht hatten. Karten. Namen. Einen Codex.
Und sie fanden Wachen. Unerwartete.
Der Kampf dauerte Minuten – aber fühlte sich wie Stunden an.
Cataryma deckte seinen Rücken, als er in eine Truhe kroch. Er stieß mit dem Fuß gegen ihren Schenkel. Sie lachte leise. „Du bist erstaunlich biegsam, Mal.“
„Und du erstaunlich ruhig für jemanden, der mit einem Einbrecher zusammenarbeitet.“
„Du bist kein Einbrecher mehr.“
Am nächsten Morgen saßen sie in der Schenke „Goldmunds Tochter“. Thernan trank, Liu schlief.
Cataryma saß neben ihm. Ihre Finger kreisten über ein altes Pergament. Sie sprach nicht. Aber sie lächelte, als Malduk ihr Tee nachschenkte.
Ein leises Lächeln. Kein Versprechen. Aber ein Funke. Wie Wasser, das unter einer gefrorenen Schicht langsam taut.
Die Blutige Bibliothek von Kalren
Zeit: Ein Jahr nach dem ersten Treffen (Malduk ist 17) Ort: Kalren, Grenzstadt zwischen Velaris und den freien Hügeln Ziel: Ein Archiv, das bei einem angeblichen Brand zerstört wurde. Aber Cataryma kennt jemanden, der weiß: das Feuer war kein Unfall. Es war Vertuschung.
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Szene: Der Eingang
Die Mauer war geschwärzt. Das Portal verschlossen mit dem Siegel des Arkanrats.
„Ich kenne das Siegel“, flüsterte Malduk. „Nur hohe Verurteilungen werden damit markiert.“
„Oder Geheimnisse“, sagte Cataryma. Liu zog leise ihr Messer. Thernan stand mit dem Hammer am Rücken, die Stirn gerunzelt.
„Wie viele Bücher kann man mit einem Feuer begraben?“, fragte Cataryma. „Weniger, als mit einem Dogma“, knurrte Thernan.
„Ich brauche zehn Minuten“, sagte Malduk. „Du hast drei“, antwortete Liu.
Er schaffte es in vier.
Drinnen war es kühl. Asche bedeckte den Boden, als hätte der Raum nie gebrannt. Nur eine dünne Schicht.
Aber dann fanden sie die erste Leiche.
Er war ein Schreiber. Die Zunge entfernt, die Augen geöffnet.
Liu sagte kein Wort, aber ihre Atmung wurde flach.
Sie fanden eine zweite Leiche. Und eine dritte. Alle mit schwarzem Harz bedeckt.
„Ritual?“ fragte Thernan.
Malduk nickte. „Aber nicht abgeschlossen.“
Sie stiegen tiefer in den Keller. Die Wände wurden feucht. Malduk spürte das Wasser. Und mit ihm… Flüstern.
„Jemand hat versucht, Magie zu speichern. In den Büchern selbst.“
Dann hörten sie Stimmen.
Nicht von Geistern. Von Männern.
Sie waren nicht allein.
Die Gruppe floh – aber Malduk blieb kurz zurück.
Er sah eine Schriftrolle. In schwarzem Wasser geschrieben.
„Mal!“, rief Cataryma.
Er griff die Schriftrolle – und spürte etwas in sich eindringen. Ein Satz, in einer fremden Sprache. Er verstand kein Wort – aber er vergass ihn nicht.
Später, als sie im sicheren Haus saßen, beugte sich Cataryma zu ihm.
„Du bist zu klug für dein Alter.“
„Und du zu mutig für deins.“
Sie lachte. „Willst du mich beeindrucken?“
„Ich weiß nicht“, sagte er. „Will ich?“
„Noch nicht“, antwortete sie.
Das Grab des Sonnenheilers
„Das Grab des Sonnenheilers“
Ort: Verlassenes Kloster nahe der Westgrenze, im Hügelland von Anthel Zeit: Frühling 726 Malduk ist 18 Jahre alt
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Vorgeschichte:
Die Gruppe erhält von einem Kontakt Catarymas – einer alten Novizin aus ihrer Kindheit – einen Hinweis: Im zerfallenen Kloster von Anthel, längst aufgegeben vom Reich, soll sich das Grab eines abtrünnigen Heilers befinden – eines Mannes, der einst als Wundertäter galt, aber später als Häretiker gebrandmarkt wurde.
„Sie nannten ihn den Sonnenheiler“, sagte Cataryma leise, während der Wind durch die Ritzen der Scheune pfiff. „Er heilte mit Worten, nicht mit Magie. Mit Blicken, nicht mit Tränken. Man sagt, er war ein Prophet – oder ein Scharlatan. Je nachdem, wen man fragt.“
Thernan spuckte aus. „Glaubensverrat gehört bestraft. Auch im Nachhinein.“
„Das Reich hat seine Schriften verbrannt“, flüsterte Malduk. „Vielleicht war er zu gefährlich.“
„Oder zu wahr“, sagte Liu, ohne aufzusehen.
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Szene: Ankunft beim Kloster
Das Kloster liegt wie ein aufgerissener Zahn im Hang. Halbe Mauern, vom Wind zerfressen. Ein einziges Glockentürmchen steht noch. Die Glocke fehlt.
Die Umgebung ist still. Zu still. Keine Vögel. Kein Wind.
Malduk spürt, wie die Luft dünn wird. Nicht durch Höhe – durch etwas anderes. Etwas wartet hier.
Thernan tritt zuerst über die Schwelle – die alte Gewohnheit, vorne zu stehen.
„Magie liegt in den Steinen“, flüstert Malduk. „Eine alte, schlafende.“
Liu bleibt zurück. „Ich höre Schritte. Aber nicht unsere.“
Sie finden ein Mosaik im Hauptschiff. Zerbrochen. Doch Malduk erkennt es:
Eine Sonne – mit zwölf Armen. Doch eine fehlt. Und an ihrer Stelle: ein schwarzer Kreis.
Cataryma zieht die Augenbraue hoch. „Kennst du das Symbol?“
„Noch nicht. Aber es kennt mich.“
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Der Abstieg:
In der Krypta beginnt der Boden zu sprechen. Nicht mit Worten – mit Wärme. Jeder Schritt bringt Erinnerungen zurück. Schuld. Zweifel. Stimme.
Malduk sieht das Gesicht seiner Mutter in den Schatten. Thernan hört Kriegstrommeln. Liu – das Kreischen einer Frau, die sie nicht retten konnte.
Nur Cataryma bleibt still.
„Es ist kein Zauber“, sagt sie. „Es ist der Ort. Er spiegelt.“
Sie erreichen das Grab. Ein steinerner Sarkophag. Keine Inschrift. Nur ein Relief:
Ein Mann, der einem Sterbenden die Augen schließt – mit einem Lächeln.
Malduk kniet sich nieder. „Hier liegt kein Feind.“
„Er war ein Ketzer!“ faucht Thernan.
„Er war ein Mensch“, sagt Cataryma.
„Was, wenn er lebt?“ flüstert Liu. „Oder nie tot war.“
Plötzlich – eine Stimme.
Nicht laut. Aber klar. Aus dem Nichts. Aus allem.
„Wer heilt, widerspricht dem Tod. Wer widerspricht, wird verurteilt.“
Der Sarkophag beginnt zu leuchten. Malduk spürt, wie etwas in ihm vibriert – ein Echo eines Zaubers, den er nie gelernt hat, aber zu kennen scheint.
Ein Zauber, der heilt ohne Macht. Der verbindet ohne Bindung.
Aber um ihn zu ergreifen, müsste er etwas abgeben.
Cataryma sieht ihn an.
„Was wirst du opfern, Mal?“
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Konflikt & Entscheidung
Malduk hat die Möglichkeit, einen Zauber zu lernen, der heilt ohne Element, ohne Arkana – aber er müsste einen Teil seines Gedächtnisses opfern. Nicht Wissen – sondern Erinnerung.
Eine Erinnerung an seine Mutter.
Er zögert.
Thernan will das Grab zerstören.
Liu stellt sich ihm entgegen.
Cataryma sagt nichts. Sie wartet.
Malduk legt die Hand auf den Sarkophag. Der Zauber fließt in ihn. Warm. Wie Sonnenlicht durch Wasser.
Und die Erinnerung... entgleitet. Er sieht seine Mutter. Ihr Gesicht. Dann… nur noch ein Umriss.
"Du bist klüger als ich..." _"...vergiss nie, wer du bist..."_
Die Stimme – verhallt.
Sie ist fort.
Aber er hat gelernt, was Heilung ohne Macht bedeutet.
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Nachklang
Oben weht Wind durch das Dach.
Thernan schweigt. Er sieht Malduk nicht mehr direkt an.
Liu nickt ihm kurz zu – ein stummes Zeichen von Respekt.
Cataryma sagt beim Rückweg: „Manchmal heilt man nicht durch Wissen, sondern durch Verlust.“
Malduk antwortet nicht.
Er blickt in die Sonne. Und für einen Moment – fühlt sie sich nicht feindlich an.
Das Codex Aquae
Sie hatten das Grabmal entdeckt und mit seinen Adleraugen die Fallen überwunden. Der junge Malduk fand die Geheimtür und da lag es: Der Codex Aquae, sein erstes Buch über Magie. Cataryma und er schauten sich an, als sie das Buch vorsichtig emporhuben und den anderen präsentierten. Ihre Wangen waren rosig und ihre Augen wie der Duft von Rosen. Aufregung wich Liebe und als er den Funken zwischen sich spürte, tat er das, was er sich wochenlang nur vorgestellt hatte. Er zog sie an sich und küsste sie. Und sie erwiderte den Kuss. Cataryma, seine zukünftige Frau. Die Frau, die ihn immer geliebt, gefördert und verstanden hatte. Bis zu ihrem Ende.
Die Luft ist abgestanden. Die anderen sind schon um die letzte Ecke verschwunden. Nur noch das Rufen Catarymas im Gang hinter dir: "Malduk? Kommst du?" _Vor dir liegt der Raum. Eine einzige Fackel brennt magisch über einem Podest. Ein Buch. Schwarz, aus Fischhaut gebunden. Es atmet. Du spürst es. Kein Schutzkreis, kein offensichtlicher Zauber. Aber es beobachtet dich._ Die Worte Catarymas hallen in deinem Kopf nach. Du hörst, wie sie sagt: „Nur mal ein Blick, was kann das schon schaden?“ – aber hat sie das wirklich gesagt? Oder willst du nur, dass sie es gesagt hätte?
Die Hände von Skarna
„Die Hände von Skarna“
Ort: Festungskeller von Skarna, nördlich der Westgrenze Zeit: Spätsommer 726 Malduk ist 18 Jahre alt
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Vorgeschichte:
Die Gruppe ist in einem kleinen Grenzdorf untergekommen. Es ist heiß, staubig, das Bier ist dünn, aber die Gerüchte dick.
Thernan kennt einen alten Waffenbruder, der nun Wächter in einem Fort ist, das der Reichsverwaltung vor kurzem aufgegeben wurde. Dort, heißt es, lagern Beschlagnahmungen aus dem alten Aufstand: Gold, Artefakte, Aufzeichnungen, vielleicht sogar belastende Briefe über kaiserliche Offiziere.
Cataryma: „Offiziell ist alles verbrannt. Inoffiziell liegt es in Skarna.“
Malduk: „Und wir brechen ein und holen es raus?“
Thernan: „So ist’s.“
Liu sagt nichts, aber sie kontrolliert bereits das Seil.
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Die Reise:
Drei Tagesmärsche durch trockenes Hügelland. Malduk merkt, wie sehr sich die Gruppe kennt – sie sprechen kaum, aber verstehen sich blind.
Er fühlt sich außen vor. Cataryma spricht mit ihm, ja – aber immer pragmatisch. Thernan schnauft, wenn er spricht. Und wenn er redet, dann über Wachen, Tod, Befehle. Liu sagt gar nichts. Aber sie beobachtet.
Am zweiten Abend am Feuer:
Thernan: „Du hast flinke Finger, Junge. Aber was tust du, wenn einer dein Messer sieht?“
Malduk: „Dann merk ich’s vorher. Und dann sieht er meins nicht.“
Cataryma lächelt. Kurz. Aber sie sagt nichts.
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Die Festung Skarna
Skarna ist mehr Ruine als Burg. Die oberen Etagen leer, Fenster mit Brettern vernagelt. Aber der Keller ist versiegelt – mit zwei Toren und einem eingelassenen Plattenmechanismus.
„Ein Schloss im Schloss“, murmelt Malduk. „Das ist... schön.“
Thernan: „Hast du was gesagt?“
Malduk: „Nein.“
Sie umgehen Patrouillen. Keine Wachen – aber ein örtlicher Bauer wurde zum Hausmeister ernannt. Liu schaltet ihn mit einem Schlafmittel aus. Cataryma sichert den Ausgang.
Malduk braucht 14 Minuten, um das Schloss zu knacken. Er sagt: „Das hier ist nicht militärisch. Das ist Bibliotheksarbeit. Akademiezeug.“
Thernan knurrt. „Dann sind wir richtig.“
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Der Fund
Im untersten Raum:
- Kisten mit versiegelten Schriftrollen
- Zwei Truhen mit Münzen
- Ein Stapel Bücher – alle leer, verbrannt, oder verschimmelt
- Aber eine Kiste ist besonders: verschnürt, versiegelt mit Wachs, beschriftet mit einem alten Feldzeichen
Cataryma liest.
„Für den Hofbericht – nicht öffnen ohne Zustimmung des Rates.“
Thernan: „Jetzt ist’s offen.“
Er schlägt den Deckel auf. Drin: Goldene Armreifen. Und eine versiegelte Mappe.
Malduk: „Das ist... brisant. Diese Siegel... das sind keine Kirchenkram-Siegel. Das ist Magierat.“
Liu flüstert: „Wir sollten gehen.“
Aber dann – ein Geräusch.
Wachen. Fünf Männer. Keine Uniform. Söldner. Sie haben sich ebenfalls Zugang verschafft – über einen anderen Schacht.
Der Kampf ist kurz, brutal. Liu ist eine Flamme aus Muskeln. Thernan zertrümmert einen Helm. Cataryma schützt den Rückzug.
Malduk wird von einem der Männer erfasst. Ein Dolch an der Kehle.
„Noch ein Schritt, und ich schneid das Görenhalsband hier auf!“
Cataryma bleibt stehen. Ihre Augen sind kalt. „Lass ihn. Oder ich schieß dir das Auge raus.“
Malduk nutzt den Moment. Ein Ruck – der Ellenbogen gegen den Bauch – der Dolch fällt – Liu zieht ihn fort. Drei Sekunden später ist es vorbei.
Draußen regnet es. Heftig.
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Nachklang
Sie kehren zurück. Keine Worte über den Dolch, keine über die Narbe an Malduks Hals.
Cataryma reicht ihm ein Fläschchen.
„Du hast dich gut geschlagen.“
„Ich hatte keine Wahl.“
„Du hast nie eine Wahl. Nur den Moment.“
Er nickt. Dann: „Was war in der Mappe?“
Sie sagt nichts. Aber ihr Blick verrät es: Etwas, das größer ist als sie alle.
Später sitzt Malduk mit Thernan allein. Der Ältere trinkt. Dann sagt er: „Ich hielt dich für weich. Warst du nicht. Aber weich zu sein ist nicht falsch.“
Malduk sagt: „Weiß ich.“
Thernan hebt den Becher. „Dann hast du schon mehr verstanden als ich damals.“
Asche und Salz
„Asche und Salz“
Ort: Auf dem Rückweg, nahe der Steinwächter-Furt Zeit: Zwei Tage nach Skarna Malduk: 18 Jahre
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Der Regen hatte nicht aufgehört.
Er fiel wie Blei auf das nasse Leder des Mantels, rann in Rinnen vom Stirnband, sammelte sich in den Riemen der Stiefel. Der Himmel war ein graues Nichts. Der Weg: schlammig, knöcheltief, steinig.
Thernan stapfte voraus, den Hammer wie einen Stab auf der Schulter.
Cataryma ging in der Mitte, das Päckchen mit der versiegelten Mappe eng an sich gedrückt. Seit Skarna hatte sie kaum gesprochen.
Liu ging hinten.
Malduk fror.
Er sagte nichts.
Nicht weil er schweigen wollte. Sondern weil sie da war. Liu.
Er kannte keine Frau wie sie.
Sie war größer als er, kräftiger, und hatte eine Art, sich zu bewegen, als würde sie jederzeit losschlagen können. Kein überflüssiges Wort, keine höfliche Geste. Wenn sie sprach, war es ein Befehl. Wenn sie schwieg, war es ein Messer.
Und dennoch war sie nicht kalt. Nicht leer.
Sie war wie ein Sturm: nicht gegen dich – aber auch nicht für dich.
Abends, am Lager, als Cataryma und Thernan sich um das Feuer kümmerten, saß Malduk abseits. Die Füße nass. Die Schultern schmerzten von der Flucht, von der Narbe an seinem Hals. Niemand hatte ihn danach gefragt. Niemand hatte „Danke“ gesagt.
Er hasste das Schweigen. Aber nicht ihrs. Seins.
Dann kam Liu.
Kein Wort. Sie war plötzlich da. Setzte sich neben ihn. Nah. Nicht unangenehm nah – aber deutlich.
Sie aß Trockenfleisch. Kaute langsam.
Er starrte ins Feuer.
„Du hast zu viel gezögert“, sagte sie.
Seine Finger verkrampften sich um den Gürtel.
„Ich hatte ein Messer an der Kehle.“
„Ich weiß. Aber du hättest es auch eher merken können. Hast zu viel gedacht.“
Er schwieg.
„Du riechst, wenn einer tötet. Wenn du das nicht lernst, stirbst du.“
„Ich bin kein Soldat.“
„Ich auch nicht.“
Er blickte zu ihr. Das erste Mal wirklich.
Und sah: Narben auf ihren Armen. Kein Schmuck. Keine Haarspange. Keine Geschichte, die sie je freiwillig erzählt hätte.
„Woher kommst du?“, fragte er leise.
„Kantori Steppe.“
„Barbarenland?“
Sie zuckte mit keiner Wimper. „Sag das noch mal.“
Er sah weg. „Tut mir leid.“
Stille.
Sie warf ihm ein Stück Trockenbrot zu. Hart wie Stein. Aber es war etwas.
Dann: „Mein Vater war Jäger. Meine Mutter Kriegerin. Ich war das Dritte Kind. Kein Platz. Keine Aufgabe. Ich bin mit siebzehn gegangen.“
Er kaute.
„Wie alt bist du jetzt?“
„Neunzehn.“
Er schnaubte. „Ich dachte, du wärst älter.“
„Weil ich lebe, Malduk.“
Er blickte sie wieder an. Etwas in ihm wollte ihr widersprechen. Etwas anderes wollte verstehen.
„Du passt noch nicht zu uns“, sagte sie nach einer Weile. „Aber du willst.“
„Ja.“
„Warum?“
Er antwortete nicht sofort. Dann:
„Weil ich sonst nichts mehr habe.“
Liu nickte. Nicht spöttisch. Einfach nur... anerkennend.
„Dann sorg dafür, dass du’s dir holst.“
Später, als alle schliefen, lag Malduk unter dem Umhang, lauschte dem Regen, und dachte:
Ich war schnell. Ich war klug. Aber ich war nicht bereit. Ich hätte sterben können. Einfach so. Und keiner hätte es verhindert.
In dieser Nacht, während Thernan schnarchte, Liu flach atmete und Cataryma wieder mit dem Rücken zu ihm schlief, wuchs in Malduk ein Gedanke wie eine bittere Wurzel:
Ich will mehr. Ich will nie wieder hilflos sein. Ich will... verstehen, was sie können. Ich will, was sie haben. Mehr als das. Mehr als sie. Mehr als jetzt.
Er schlief spät. Und als er einschlief, träumte er von einem See.
Still. Dunkel. Und unter der Oberfläche lag ein Buch. Und wartete.
Magischer Student (26-36 Jahre)
- Es ist ein seltenes Buch über Magie und er beginnt das Selbststudium.
- Später geht er auf die Akademie für Magie und wird zu einem kompetenten Magier und hoch angesehen.
- Er spezialisiert sich in seiner Abschlussprüfung neben der Metamagie und Wassermagie auf die Umwandlung in Eismagie, für das er eigens seinen Magierstab geschaffen hat.
Die Goldenen Jahre in Eichenfurt (36-46 Jahre)
- Mit ca. 30 Jahren kommt er nach Eichendorf, um ihnen mit der Ernte zu helfen und verändert das Wetter. Er erhält den alten Turm und zieht dort mit Cataryma ein.
- In seinen Studien erkennt er, dass er nie alles lernen kann. Seine Neugier ist zur Sucht geworden. Er beginnt, Dunkle Magie zu studieren, konkret Entropie, um ewiges Leben zu erreichen. Er wird immer besessener, obwohl es immer wieder heißt in den Schriften, dass die Kosten sehr hoch seien.
Streit mit Burgomeister Pedrovic
"Ich habe es satt, Magus!", knurrt Pedrovic und stützt sich schwer auf seinen knorrigen Stock. „Das Wetter war besser, bevor ihr kamt. Der Regen zu spät, der Schnee zu früh, und eure 'Experimente'...!“ _"Wollt ihr lieber Dürre, Pedrovic?" – Malduks Stimme ist wie Eiswasser. „Ohne mich wäre eure Ernte längst verdorrt.“_ "Und was ist mit Josep? Was ist mit den Schatten im Wald? Ihr ruft Dinge herbei, die nicht mehr gehen!"
Der Verlust (46-56 Jahre)
- In einer Nacht probiert er in einem abgelegenen Schuppen die Magie aus. Das Ritual des Zaubers entzieht der Umgebung, den Pflanzen und Kleintieren ihre Lebenskraft und Zeit, ihr Potential und ihre Vitalität, und überträgt sie auf ihn. Die Umgebung stirbt gar nicht so stark, wie er gerechnet hätte. Er selbst gewinnt an Lebensjahren und Gesundheit und er badet sich in dem Gefühl des Triumphes. Aber das hält nicht lang. Er hört einen Schrei von draußen. Cataryma war herbei geschlichen und hatte nach ihm geschaut. Da hatte er noch so viele Vorkehrungen getroffen und dann hat der Zufall oder das Schicksal gegen ihn gespielt. Sie wurde durch den kräftigen Zauber zu einer alten, alten Frau, mit schlohweißen, langen Haaren, zerbrechlich und gebrechlich. Er verlor die Kontrolle über den Zauber. In seiner Panik improvisierte Malduk einen Zauber, um diesen Zauber aufzuhalten: er webt sie in einen Eis-Kokon, um den Verfall und ihren drohenden Tod zu verhindern. Er lenkt die magischen Stränge um und gibt von seiner eigenen Vitalität dafür. Als die Sonne aufgeht, sitzt er mit tränenden Augen auf einem Hügel. Es ist alles schief gegangen. Seine Frau ist zwar noch nicht tot, aber in ewiger Stasis in einem Eisklumpen gefangen. Und er selbst ist dabei zu einem alten Mann von 65 Jahren geworden.
- Die nächsten Jahre forscht und forscht er, um sie wieder herzustellen, aber ohne Erfolg. Er kapselt sich von den Menschen ab, wird grob und wortkarg, grießgrämig und unglücklich.
Das Ritual im Regen
Der Schuppen war alt. Die Runen selbstgezeichnet. Die Kerzen flackerten im Wind, als Malduk den Kreis zog. Eine Stimme in ihm wollte aufhören. Eine andere flüsterte: „Nur ein bisschen mehr...“
Dann: Das Stöhnen. Ein Schrei, wie von fern. Regen peitschte auf das Dach. Als er aus dem Trance erwachte, lag Cataryma da. Ihre Haut – pergamentdünn. Ihre Augen – müde, aber voller Liebe. Und er – verjüngt. Stark. Strahlend.
„Rymi...?“
Malduk hat bei einem gefährlichen und unberechenbaren Zauber, der ihn unsterblich machen sollte, seine hochschwangere Frau verloren. Er war geizig bei der Bezahlung für den Zauber, wollte nicht zu viel seines jugendlichen Aussehens hergeben, und so hat sich der nekromantische Zauber das nächste, lebende Geschöpf geholt. Und Malduk hat das bis kurz vor Ende nicht bemerkt und mehr und mehr „Juice“ aus dem Zauber geholt. Seine unsterbliche Liebe hat er an dem Tag für immer verloren. Er verfluchte die Magie und die Götter, als er ihre zerbrechliche und gealterte Gestalt weinend in den Armen hielt und der Regen in Sturzbächen herunterschoss. Das war im Jahr der Großen Flut. Malduk ist natürlich nicht unsterblich. Die freigelassene Energie hat er im letzten Moment in einen anderen Zauber umgewandelt und seine Unsterblichkeit verworfen. Stattdessen hat er seine sterbende Frau in einem extrem harten und kalten Eiskristallblock eingeschlossen, um ihr Sterben zu pausieren, während er nach einer Lösung forscht, ihr ihr Leben wieder zu geben. So ist sie nun seit Jahren in seinem Turm, eingeschlossen in dem kalten Kristall, für immer ein mitleidiges und verzeihendes Lächeln auf ihrem ehemals bezaubernden Gesicht.
Der Eis-Kokon
Du stehst im Turm. Der Kokon glitzert mattblau. Immer, wenn du ihn siehst, schmerzt dein Brustkorb wie bei einem zu kalten Atemzug. _„Was ist das für eine Welt, Malduk, in der du glaubst, dass ich dich nicht verzeihen könnte?“ Die Stimme ist weich. Du weißt, dass sie nicht spricht. Und doch ist sie da._ Du siehst sie vor dir. Jünger als damals. Lachend, verspielt. Aber jetzt ist da Schmerz. Und Kälte. „Ich wollte mit dir alt werden – aber nicht so.“
Die Sieben Sünden
Ein endloser Eisspiegel, auf dem Malduk steht – allein, barfuß, das Wasser gefroren unter seinen Füßen. Um ihn herum: sieben Silhouetten, jede aus Nebel und Schatten geformt, jede spricht mit seiner Stimme. Sie flüstern ihm zu: „Wir sind du.“ _Superbia: „Du glaubtest, du könntest den Tod besiegen.“ Gula: „Du wolltest mehr Leben, mehr Jahre, mehr Macht.“ Invidia: „Du beneidest jene, die noch lieben dürfen.“_
Plötzlich zerbricht das Eis unter ihm – aber er fällt nicht. Stattdessen ist dort Cataryma. Jung. Lachend. Doch ihr Gesicht zerfällt zu Staub.
Die Kinder und die Mutprobe am Turm
Einmal wagten sich Sven, Raik und Mila an einem stürmischen Abend zum Turm. "Wer reingeht und ein Stück von dem Alten mitbringt, gewinnt!" Mila, die Draufgängerin, geht voran. Ein magischer Schutzkreis löst fast aus, als sie den Schwellenstein berührt. Doch dann steht plötzlich Malduk in der Tür. Ein Umhang flattert, sein Bart zerzaust, seine Stimme wie Donner: "Wenn ihr meine Frau weckt… sterbt ihr." Am nächsten Tag war Mila plötzlich still. Sie sprach nie wieder über den Turm.
Besuch von Mirena, der Hebamme
Mirena steht mit verschränkten Armen im Labor: „Du kannst deine Frau nicht mit toten Dingen retten, Junge. Du warst gut in deiner Jugend. Hörst du überhaupt noch zu, wenn man dich anspricht?“ _Sie drückt ihm ein mit Leinen gewickeltes Buch in die Hand: „Das hier hat meiner Großmutter gehört. Über Kräuter und Seelen. Vielleicht bringt es dir mehr als all dein Eis.“_
Rabenhorst (56- Jahre)
- Bis er Heinard und Michal trifft.
- Und dann, in einer alles verändernden Nacht, als riesige Schattenwölfe das Dorf Eichenfurt angreifen und die drei Helden das Dorf und einen weißen Hirschen verteidigen, verändert sich sein Leben nochmals: Durch Nebel werden sie in eine andere Welt geworfen. Nach Rabenhorst. Und hier beginnt das eigentliche Abenteuer.
Gefrorenes Wasser
Draußen fällt leiser Schnee. Vallaki schläft. Malduk sitzt allein im Gasthaus. Seine Finger umklammern den Becher, in dem das Wasser gefriert, wenn er nicht aufpasst. Er denkt an den Turm, an den Kristallblock. Und an Heinards Worte: „Manche Dinge kann auch ein Magier nicht rückgängig machen.“
Aber was weiß Heinard schon? Er war nie bereit, alles zu riskieren. Ich war es. Ich bin es noch.